Geistliches Konzert in der Erlöserkirche Bochum-Hiltrop

Am Sonntag Kantate, 19. Mai 2019, 18 Uhr, verabschieden wir uns in der Hiltroper Erlöserkirche mit einem festlichen Konzert von dem langjährigen Organisten und Chorleiter des Hiltroper Gemeindebezirks

“Meinrad Thome”,

der seinen Lebensmittelpunkt von Bochum nach Ostfriesland verlagern wird.

Hierzu laden wir herzlich ein, der Eintritt ist frei!

Programm:
Léon Boëllmann  (1862* 1897)
Suite Gothique pour Grand Orgue Introduction_Choral – Menuet gothique Prière à Notre Dame Toccata
*****
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
aus Kantate 147 ,,Jesus bleibet meine Freude”
*****
– Johann Peter Kellner (1705 – 1772)
Was Gott tut, das ist wohlgetan (Choralvorspiel)
*****
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
aus Schemellis Gesangbuch: Dir, dir, Jehova, will ich singen BWV 452 Gib dich zufrieden und sei stille BWV 460   aus Kleine Praeludien und Fugen Nr. 4 F-dur Praeludium – Lobe den Herren (Bearbeitung M.Thome) – Fuga
*****
Heinrich Schütz (1585 – 1672)
Ich will den Herren loben allezeit SWV 306
*****
Johann Gottfried Walther (1684 – 1748)
Was Gott tut, das ist wohlgtan (Choralvorspiel
*****
Sander van Marion (geb. 1938 – ….)
Trumpet Tune: Wat God doet, dat is welgedaan

Ausführende sind:
Meinrad Thome, Orgel
Edith Schnack, Sopran und Querflöte
Kirchenchor Hiltrop-Bergen – Leitung Kurt Steinseifer

Jürgen Koch, BO-Hiltrop, zum 19.05.2019

Eindrucksvolles „Geburtstagskonzert“ in der Erlöserkirche

mit Bart Coppé (Trompeten+Horn) und Ignace Michiels (Orgel)

Einen begeisternden Konzertabend erlebten die zahlreichen Besucher des Jubiläumskonzertes zum 90. Geburtstag unserer historischen Paul-Faust-Orgel.

Zuvor hatte Pfarrer Sonneborn in seinen Begrüßungsworten den außergewöhnlichen Anlass im Zusammenhang der Vereinigung der ehemaligen Kirchengemeinden Gerthe und Hiltrop angemessen gewürdigt und auf die jahrzehntelange Musiktradition, durch die die große Orgel im Gottesdienst und in Konzerten gespielt wurde, hingewiesen.

Danach führten die beiden Musiker Bart Coppé (Trompeten) und Ignace Michiels (Orgel) durch ein reiches und virtuoses Programm mit musikalischen Kostbarkeiten aus allen Musikepochen vom Barock bis in die Moderne.

Ignace Michiels, Orgel
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Bart Coppé, Trompete+Horn

Für den starken Applaus bedankten sich die Künstler mit zwei tollen Zugaben.

Gut angenommen wurde auch das Konzertcafé der Stiftung Erlöserkirche, das Getränke und kleine Snacks vor dem Beginn und in der Konzertpause bereithielt.

Jürgen Koch, BO-Hiltrop, zum 03.02.2019

Konzert der Sonderklasse mit Bart Coppé (Trompete/Horn) und Ignace Michiels (Orgel)

Am 03.02.2019, 17 Uhr, findet in der ev. Erlöserkirche in Bochum-Hiltrop ein Konzert der Sonderklasse  für Tropete/Horn und Orgel statt.
“Es erklingen Werke von Meistern des Barock und der Klassik von Boyce über Bach bis Mozart, der Romantik von Widor bis Hansen und der Moderne von Petit und Antonsen.”

Es musizieren:
Bart Coppé (Tropete und Horn)

Bart Coppé Trompete
Bart Coppé Horn

Bart Coppé begann seine musikalische Erziehung bereits im Kindesalter von 8 Jahren an der Akademie in Roeselare (Belgien). Es folgte sein Trompetenstudium am Königlichen Konservatorium in Gent (Belgien). Seitdem hat er viele Auszeichnungen und Preise erlangt und arbeitet als Lehrer für Blechblasinstrumente an der „Akademie for Musik and Word in Ypres und Roeselare“; ist seit 1994 Solotrompeter beim „Het Synfoniearkest Vlaanderen“.
In der Philharmonie Antwerpen lässt er regelmäßig seine Trompete erklingen und musiziert in  verschiedenen Ensembles wie „Brass Quintett Modern Brass“ ,dem „Trio Mannen Met Baarden“ (Klarinette, Trompete und Synthesizer) und dem „Trio Seraphin“ (Gesang, Tropete und Orgel).
Er spezialisierte sich zudem auf ähnliche Blasinstrumente, z.B. Horn.
Bart Coppé ist international als Trompeter und Hornist weltweit unterwegs. Sein Können dokumentiert er auf etlichen CD- Einspielungen sowie Auftritten bei Funk- und Fernsehen.

Ignace Michiels (Orgel)

Ignace Michiels Orgel

Ignace Michiels studierte Orgel, Klavier und Cembalo am Konservatorium in Brügge. Er setzte seine Studien fort an der  Southern Methodist University in Dallas, am Königlichen Konservatorium in Brüssel und Conservatoire de Paris. Er erhielt auch ein Diplom für Orgelmusik am Königlichen Konservatorium in Gent. Hier und am Konsevatorium in Brügge lehrt er Orgel. Weiterhin ist er Gastprofessor am Wheaton College in Chicago und an der Universität von Knoxville.
Ignace Michiels ist Organist der Sint-Salvatorskathedraal und verantwortlich für die Kathedraalconcerten. Er leitete den Oratorienchor Cantores und bereitete den Chor auf Konzerte und Aufnahmen vor, wie zum Beispiel Beethovens Neunte Sinfonie mit dem Rundfunkorchester BRTN Philarmonic Orchestra Brussels.
Michiels wirkte in der Jury internationaler Orgelwettbewerbe und arbeitet mit dem Flämischen Klassischen Radio zusammen. Mit dem Reger-Chor-International errang er national und international große Erfolge ebenso durch die vielen CD-Einspielungen und Auftritte bei Orgelfestivals.

Hinweis:
Vor dem Konzert und in der Pause ist das Konzertcafé geöffnet!

Grußkarten zum Weihnachtsfest und neuen Jahr

Wie in den den letzten Jahren zuvor bietet die Stiftung der Hiltroper Erlöserkirche wieder Grußkarten zum Weihnachtsfest und neuen Jahr als Doppelkarte an.

Sie werden nach den Gottesdiensten und am 1. Advent zum Adventsmarkt zum Kauf angeboten.

Der Erlös kommt der Stiftung Erlöserkirche zu Gute!

Beeindruckendes Konzert für Stimme und Orgel in der Hiltroper Erlöserkirche

Das Konzert für „Stimme und Orgel“ erfolgte am 14.11.2018 in der Hiltroper Erlöserkirche im Rahmen der Bochumer Bachtage.

Knapp 80 Musikliebhaber/innen erlebten ein beeindruckendes Konzert aus dem Bereich alter Meister von den Interpreten Klaus Mertens (Bassbarriton) und Arno Hartmann (Orgel). Die Zuhörer/innen hatten sich auf der Empore der Kirche im Halbkreis um die Akteure platziert.

Überwältigend der Gesang von K. Mertens. Sein feinfühlig klares piano, die kraft- und  ausdrucksvollen fortissimo Passagen sowie die gesanglichen Textinterpretationen wurden hier zu einem Beleg seines Könnens und seiner Beliebtheit.

Konzentriert und sicher überzeugte an der Orgel A. Hartmann. Auch er zeigte gekonnt seine Souveränität an der Königin der Instrumente. Die gewählten Registrierungen in den Orgelstücken und die saubere Abstimmung mit dem Gesang zeugten von großer Professionalität.

Beide schenkten dem Publikum einen genussvollen Musikabend, das sich mit reichlich Applaus bedankte; schade nur, dass sich so Wenige für diesen musikalischen Leckerbissen entschieden hatten.

Konzert für Stimme (Klaus Mertens) und Orgel (Arno Hartmann) Mittwoch, 14.11.2018, 19:00 Uhr, in der ev. Erlöserkirche, Bochum-Hiltrop

Durch ihre anspruchsvollen und musikalisch breitangelegten Konzerte hat sich die ev Erlöserkirche in Bochum-Hiltrop zu einem beliebten Veranstaltungsort etabliert.
Ein musikalisches Highlight wird mit dem Konzert  Stimme und Orgel im Rahmen der

 „Bochumer Bachtage“

geboten.
Aufgeführt werden Werke von J.S.Bach, Antonin Dvorak, Max Reger, Josef Rheinberger, Felix Mendelssohn Bartholdy/Franz List.
Die Leitung haben die Interpreten

Klaus Mertens (Bass-Sänger) und KMD Arno Hartmann (Orgel)

Klaus Mertens, Bassbariton, wird von Kritikern für seine Ausdrucksstärke, sein ausgeprägtes Textgespür und wohliges Timbre als Meister seines Faches gefeiert.
Über mehrere Jahrzehnte ist er im Bereich der alten Musik, Klassik und Romantik bis hin zu zeitgenössischen Komponisten ein gefeierter Interpret mit über 200 CD/DVD-Einspielungen. Hierzu zählen die gesamten Bass-Partien der Bach-Kantaten und die Einspielung der Werke von D. Buxtehude. Weitere Schwerpunkte seiner Projekte sind es, alte, verschollene Musikwerke zum Erklingen zu bringen, und eine Beschäftigung mit G.P.Telemann.
Seine Zusammenarbeit mit bedeutenden Dirigenten, Orchestern und Festivals  weltweit und seine Auszeichnungen sind Zeichen seines Könnens,  seiner Leidenschaft und Interpretationsfähigkeit.
(Ausführliche Vita unter https://www.klausmertens.eu) Weiterlesen

Fensterführung Erlöserkirche- Jürgen Koch

Die Fenster der Hiltroper Erlöserkirche

Die Motivfenster der Erlöserkirche wurden 1950 von dem in Bochum geborenen Künstler Ignatius Geitel (1913 bis 1985) geschaffen. Um die ganze Intensität der Farben dieser ausdrucksstarken Fenster auf sich wirken lassen zu können, lohnt sich ein Besuch der Kirche ganz besonders bei hellem Sonnenschein, beispielsweise beim Morgensonnenschein während des Gottesdienstes. Jedes Fenster ist eine Predigt in Bildern. Dem Künstler ist es gelungen, die Aussage unserer Erlösung durch Jesus Christus immer wieder neu zu gestalten.
Bei einem Rundgang durch die Erlöserkirche erläutert Pfarrer i. R. Jürgen Koch die Symbolik der Motivfenster:
Alle acht Motivfenster gehorchen trotz unterschiedlicher Bilder einem gemeinsamen Gestaltungsprinzip, das dem Namen unserer Kirche verpflichtet ist. Die Erlöserkirche hat ihren Namen von Jesus Christus; und der bildet symbolisch als ein deutlich sichtbares Kreuz das Zentrum aller Fenster. Christus, unser Erlöser, steht also im Mittelpunkt auch der hier abgebildeten Darstellungen. Ebenfalls sind deutlich sichtbar jeweils ein Quadrat und ein Kreis, die das Bild umschließen und mit dem Kreuz eine deutliche konzentrierende Klammer um die Motive bilden. Das Quadrat steht für die Erde, und der Kreis symbolisiert die Vollkommenheit des Himmels. Der Künstler wollte mit diesem immer wiederkehrenden Hintergrund verdeutlichen, dass Jesus Christus, unser Erlöser, der Herr und Urgrund der ganzen Welt, also von Himmel und Erde gleichermaßen ist und dass sein Erlösungswerk für das ganze Universum gültig und wirksam ist.

17 Ornament mit Symbol Kreuz und Schlange. Ignatius Geitel, 1950 Fenster unter der Empore, Antikglas/Blei

Auf diesem Hintergrund zeigt das erste Bild eine Schlange. die sich – tot – um das Kreuz windet. Damit nimmt der Künstler eine uralte christliche Interpretation der alttestamentlichen Geschichte von der Vertreibung der Menschen aus dem Paradies auf. Gott bestraft die Menschen mit der Mühsal der Arbeit und der Qual des Gebärens und dem Schicksal der mancherlei Unfreiheiten des Lebens, weil sie sein Gebot, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen, übertreten haben. Die Schlange wird, weil sie die Menschen zum Ungehorsam verführt hat, ebenfalls bestraft; und da heißt es im 1. Buch Mose, Kapitel 3, Vers 15: „Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.“
Dieser Vers ist in der altkirchlichen Tradition als „erstes Evangelium“ oder mit einem Fremdwort „Protevangelium“ gedeutet worden. Denn die Schlange begriff man als das Urbild des Bösen oder des Teufels. Als den hier gemeinten Nachkommen des Weibes erkannte man Jesus, und den Fersenstich des Nachkommens der Schlange erkannte man im Kreuzestod Jesu, der aber nur scheinbar der Triumph des Teufels war, weil in Wirklichkeit Jesus am Kreuz den Tod und Teufel besiegt hat, was durch die alttestamentliche Rede vom „er wird dir den Kopf zertreten“ schon angekündigt war. In einem Osterlied heißt es:
„Wie sträubte sich die alte Schlang, / da Christus mir ihr kämpfte. / Mit List und Macht sie auf ihn drang, / und dennoch er sie dämpfte. / Ob sie ihn in die Ferse sticht, / so sieget sie doch darum nicht, / der Kopf ist ihr zertreten“

16 Ornament mit Symbol Gesetzestafeln. Ignatius Geitel, 1950 Fenster unter der Empore, Antikglas/Blei

Das zweite Fenster zeigt die beiden Steintafeln mit den 10 Geboten, die Gott dem Mose auf dem Berg Sinai gegeben hat, auf dem Hintergrund des Kreuzes Christi. Mit diesem Bild wollte der Künstler die biblischen Aussagen vermitteln. dass Christus sowohl die Erfüllung als auch das Ende des Gesetzes ist (Römerbrief. Kapitel 10. Vers 4)

Das dritte unserer Fenster passt besonders gut in die Passionszeit. Es scheint, allerdings verfremdet, Jesus am Kreuz zu zeigen, den dann jedoch ein Ehren- oder Siegeskranz umgibt. Und wirklich, auch beim näheren Hinsehen macht dieser erste Eindruck Sinn. Wir erkennen nämlich oberhalb des Querbalkens am Kreuz, als Kopf sozusagen, das Brot des Abendmahls. Kreisrund ist es gehalten, wie eine Oblate im Gottesdienst. Und darunter sehen wir dann, vom Schnittpunkt der Kreuzesbalken ab beginnend bis zum Platz für die Füße, einen Kelch, mit zylindrischem und gewölbtem Fuß, sein Nodus wird durch ein

15 Ornament mit Symbol Kreuz und Kelch. Ignatius Geitel, 1950 Fenster unter der Empore, Antikglas/Blei

Kreuz verziert. Im Abendmahl ist Jesus gegenwärtig, sein Leib kommt uns zugute im Essen des Brotes, sein vergossenes Blut im Trinken aus dem einen Kelch, so wie er es beim letzten Mahl mit seinen Jüngern gedeutet hat: Er nahm das Brot, dankte, brach`s, gab es seinen Jüngern und sprach: „Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.“ Ebenso auch den Kelch nach dem Abendmahl; er dankte. gab ihnen den und sprach: „Nehmet hin und trinket alle daraus Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, welches für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis.“ Und der Apostel Paulus sagt (1.Kor 10,16.17): “Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn ein Brot ist’s: So sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben.“

14 Ornament mit Symbol Kreuz und Traube. Ignatius Geitel, 1950 Fenster unter der Empore, Antikglas/Blei

Das vierte Fenster ist nun aber eindeutig. Das Sinnbild des Weinstocks ist uns geläufig: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“, sagt Jesus im Johannesevangelium (Kap. 15,5). Die einzigartige, lebenspendende Verbundenheit des Herrn mit seinen Menschen kommt darin zum Ausdruck. Die kräftigen Farben illustrieren das im Original eindrucksvoll. Dahinter, etwas zarter, ist die Buchstabenfolge J H S zu erkennen: „In Hoc Signo vinces“ (In diesem Zeichen wirst du siegen) diese Inschrift soll dem Kaiser Konstantin zusammen mit dem Symbol des Kreuzes als Vision vor der entscheidenden Schlacht um Rom 312 erschienen sein. Nachdem Konstantin dann das Kreuz als Feldzeichen verwendet hatte, war sein Sieg nicht mehr aufzuhalten. Das Christentum wurde folgerichtige später zur Staatsreligion des römischen Reiches erhoben. Der Kreis ist das Symbol für den Himmel; das Quadrat das Symbol für die Erde; das Kreuz steht für das Erlösungswerk Christi. Also ist die bei allen Fenstern durchscheinende Hauptaussage folgende:
Christus ist der Erlöser der himmlischen und irdischen Welt!

7 Ornament mit Symbol Fisch und Brot. Ignatius Geitel, 1950 Fenster unter der Empore, Antikglas/Blei

Auf dem fünften Fenster erkennen wir einen Korb mit Brot, darunter einen Fisch, im Wasser schwimmend, Sicherlich hat der Künstler an die Geschichte von der Speisung der Fünftausend gedacht, als er dieses Bild schuf. Im Matthäusevangelium heißt es, dass Jesus die Jünger fünf Brote und zwei Fische an die Volksmenge austeilen ließ und dass alle satt wurden Ja, es wurden sogar noch 12 Körbe mit übriggebliebenen Brocken aufgesammelt (Matthäus 14, 13-21) Jesus selbst aber sagt von sich im Johannesevangelium: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ (Johannes 6, 35). Der Fisch ist zudem ein urchristliches Symbol für Jesus Christus.
Die Buchstaben des griechischen Wortes für Fisch sind die Anfangsbuchstaben der Worte eines Glaubensbekenntnisses:
„Jesus Christus, Gottes Sohn (ist) der Retter.“ Das Wasser erinnert wiederum an ein Jesuswort: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“
(Johannes 7, 38).

6 Ornament mit Symbol Kreuz und Dornenkrone. Ignatius Geitel, 1950 Fenster unter der Empore, Antikglas/Blei

Beim sechsten Fenster ist die Bedeutung offenkundig. Es zeigt den Kern des Evangeliums an, die Passionsgeschichte. Dafür steht die Dornenkrone, die die Soldaten Jesus vor der Kreuzigung auf das Haupt drückten. „Ich glaube an Jesus Christus, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben“, bekennen wir im sonntäglichen Gottesdienst und anlässlich einer jeden Taufe. „Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes“, heißt es im Hebräerbrief (Hebräer 12, 2).

Das siebte Fenster nimmt den uralten (vergeblichen) Versuch auf, Gott bildlich darzustellen. Der Betrachter sieht die beiden Schenkel eines Dreiecks, das Kreuz und eine Taube. Damit sind die drei „Offenbarungs-weisen“ des dreieinigen Gottes gemeint. Das Dreieck ist schon seit der Antike ein christliches Symbol für Gott. Seine drei Ecken sollen zeigen, dass der eine Gott sich als der „Vater“, der die Welt und das Leben erschuf und erhält, als der „Sohn“, der von Tod und Sünder erlöst, und als der „Heilige Geist“, der die Menschen in seiner Kraft erhält und ihnen den Glauben ermöglicht, erweist.

5 Ornament mit Symbol Geisttaube. Ignatius Geitel, 1950 Fenster unter der Empore, Antikglas/Blei

Die alle Vorstellung übersteigende Größe Gottes hat der Künstler zu verdeutlichen versucht, indem er das Dreieck den Rahmen, den Himmel (Kreis) und Erde (Quadrat) setzen, sprengen lässt. Das Kreuz, das für Jesus Christus, den Erlöser, steht, tut das auf ähnliche Weise. Mit blutrotem Schaft wurzelt es noch unter der Erde, tiefer und fundamentaler, als wir Irdische es realisieren können. Die Taube schließlich symbolisiert den Heiligen Geist, die Kraft Gottes, die seine Gemeinde und Kirche zusammenhält und bevollmächtigt, in Gottes Namen zu handeln.

Das achte Fenster endlich führt uns ganz in die Wirklichkeit des Evangeliums von Jesus Christus. Auf dem Hintergrund des Kreuzes sehen wir ein Buch, wohl die heilige Schrift. In ihr ist der Anfang und das Ende des Lebens erschlossen; der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets sind die alt-kirchlichen Symbole dafür. Jesus selbst sagt von sich im Johannesevangelium: „Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeugt“ (Johannes 5, 39) . Und von ihm heißt es in der Offenbarung des Johannes: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“. (Offenbarung 22, 13). Unter dem Buch sehen wir eine Tür. Sie soll versinnbildlichen, dass Jesus Christus die Tür zum Leben und zur Wahrheit ist; durch ihn allein haben wir

4 Ornament mit Symbol Alpha und Omega. Ignatius Geitel, 1950 Fenster unter der Empore, Antikglas/Blei

Zugang zur Wirklichkeit Gottes und zur Freiheit seiner Kinder.
Er sagt im Evangelium:
„Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.“ (Johannes 10, 9).
Und schließlich deutet das Wasser auf die Quelle des Lebens und die Taufe hin, die uns mit Christus verbindet. Auch dabei werden wir an ein Wort Jesu erinnert: „Wer von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“ (Johannes 4, 14).

 

 

 

 

22 Ornament mit Christusmonogramm. Ignatius Geitel, 1950 Fenster auf der Empore, Antikglas/Blei

27 Ornament mit Kreuz und Krone. Ignatius Geitel, 1950 Fenster auf der Empore, Antikglas/Blei

20,21,23-26,28,29 Ornament. Ignatius Geitel, 1950 Fenster auf der Empore, Antikglas/Blei

Stiftung Erlöserkirche bleibt am Ball

Die Stiftung Erlöserkirche liegt ihnen am Herzen: Dr. Henning Vollmer (l.) und Willi Börnig

Die Volksbank Bochum Witten förderte die Stiftung bei der Reparatur des Altarkreuzes.

Stiftungsfest zum Denkmaltag am 10. September 2017.

BOCHUM – Um die Stiftung Erlöserkirche ist es zuletzt still geworden. Nun wird es wieder anders. “Wir organisieren zum Deutschen Denkmaltag am Sonntag, 10. September, ein Stiftungsfest an der Kirche”, erklären die beiden Vorsitzenden und Gründer Willi Börnig und Dr. Henning Vollmer.

Nach dem Gottesdienst startet die Veranstaltung gegen 11 Uhr. Dazu gehören Turmbesteigungen mit Blick auf Harpen, Hiltrop, Gerthe und mehr, das Vorführen der historischen Kirchturmuhr von 1926 sowie Kirchenführungen mit dem ehemaligen Pfarrer Jürgen Koch. “Er wird auch manche Anekdote zur Kirche und der Gemeinde erzählen”, schmunzelt Börnig. Der Posaunenchor spielt von etwa 11.30 bis 12.30 Uhr.

Passend zum historischen Kirchenbau bietet die Stiftung handgefertigte Marmeladen nach altem Rezepten an sowie Erinnerungen an die Bergbauzeit. Zum Beispiel Bilder von Lothringen.

Auch im Hintergrund passierte einiges. “Die Gemeinde ist seit Anfang 2017 Treuhänder der unselbständigen Stiftung”, erklärt Vollmer. Das heißt, sie kümmert sich um deren Rechts- und Verwaltungsaufgaben. “Vorher hat das Rechtsanwalt Jens Lücking vier Jahre lang umsonst gemacht”, so der ehemalige Presbyter dankbar weiter. Im Stiftungsvorstand ist die Gemeinde vertreten. Presbyterin Ina Braun und Pfarrer Jörg Sonneborn übernehmen diese Aufgabe.

Gelder aus den Zinserträgen der Stiftung flossen zudem für Reparaturen an der Erlöserkirche. “Restaurator Franz Grunwald setzte zum Beispiel das Anfang 2016 beim Amoklauf in der Kirche zerstörte Altarkreuz wieder instand”, freut sich Börnig. Die Volksbank Bochum Witten förderte ebenfalls das Wiederherstellen des Marmorkreuzes.

Weitere Projekte waren unter anderem die Restaurierung der alten Kirchturmuhr (2013/14) sowie der Einbau eines Geländers am Seitenausgang der Kirche gegenüber dem Gemeindehaus (2015/16). “Besonders aufwändig war 2014 das Verbessern der Beleuchtung im Altarraum, weil wir dafür spezielle Halterungen benötigten”, erinnert sich Vollmer.

Die Stiftung hat inzwischen knapp 150000 Euro an Kapital. Weitere Zustifter sind willkommen, da sich am Kapitalmarkt kaum noch Zinserträge erwirtschaften lassen. “Zuletzt erhielten wir immer wieder Förderungen durch runde Geburtstage, Hochzeiten sowie Beerdigungen aus der Gemeinde”, ist Börnig dankbar.

Willi Börnig und Dr. Henning Vollmer, die beiden ehemaligen Kirchmeister der Ev. Gemeinde Hiltrop gründeten am 8. Dezember 2011 die „Stiftung Erlöserkirche“.

Deren Ziel ist es, Einlagen zu sammeln, um über deren Zinsen Reparaturen an und in der Kirche zu finanzieren. Die Paul-Faust-Orgel, die auch unter Denkmalschutz steht, gehört dazu.

Konto: Stiftung Erlöserkirche Hiltrop – Stichwort: Zustiftung -, Volksbank Bochum Witten (BLZ 43060129): 408681700. Kontakt: Börnig (862356) und Dr. Henning Vollmer (851237).

 

 

Bildzeile:

  1. Die Stiftung Erlöserkirche liegt ihnen am Herzen: Dr. Henning Vollmer (l.) und Willi Börnig.
  2. Urkunde: Die Volksbank Bochum Witten förderte die Stiftung bei der Reparatur des Altarkreuzes.

 

 

Text: WH        , Foto: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper